Frisch verheiratet – die Steuerklasse wechseln

Unser Ratgeber

Nach einer Hochzeit kehrt in der Regel der Alltag recht schnell ein und einige Behördengänge müssen erledigt werden. Das Wichtigste ist das Anpassen der Steuerklasse, bei der man sich die verschiedenen Möglichkeiten, sich schon vor der Hochzeit überlegen sollte. Klären Sie vor der Hochzeit, wann ein Wechsel der Steuerklassen ratsam ist und vor allem, wie dieser durchgeführt wird.

Allgemeines zu den Steuerklassen

Innerhalb Deutschland existieren insgesamt sechs Steuerklassen, wobei die Zuordnung abhängig vom Beschäftigungsverhältnis, dem Familienstand und der Höhe des Einkommens erfolgt. Die jeweiligen Steuerklassen sind darüber entscheidend, wie hoch die abzuführenden Beträge in Sachen Kirchensteuer, Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag sein werden. Des Weiteren hat die Wahl der Lohnsteuerklasse auch Einfluss auf die verschiedenen Freibeträge, wie zum Beispiel:

  • Den Kindergeldfreibetrag

  • Den Grundfreibetrag

  • Die Vorsorgepauschale

  • Den Pauschbeträgen für Sonderausgaben und Werbungskosten

Welche Wahlmöglichkeiten bezüglich der Steuerklassen haben frisch verheiratete Paare?

Als lediger Arbeitnehmer hat man immer die Steuerklasse I. Nach dem man geheiratet hat, steht ein Wechsel an. Grundsätzlich haben verheiratete paare zwei verschiedene Kombinationsmöglichkeiten. Entweder entscheidet sich ein paar für IV/IV oder einer der beiden, entscheidet sich für die Lohnsteuerklasse III. In dem Fall bekommt der Partner die Lohnsteuerklasse V. In der Regel wählt der mit dem höheren Lohn die Lohnsteuerklasse III, um weniger Lohnkosten zahlen zu müssen, während der andere in die Klasse IV wechselt. Derjenige mit der Lohnsteuerklasse V zahlt aber fast die Hälfte seines Lohnes an Lohnsteuer und anderen Lohnnebenkosten.

Zweimal Lohnsteuerklasse IV

Lohnsteuerklassen III und V

Haben beide Partner ungefähr dasselbe Lohnniveau, ist es sinnvoll die Steuerklassen IV IV zu wählen. .Die Steuerbelastung für beide ist dadurch fast identisch. Zudem ist bei dieser Steuerklassenkombination die Abgabe einer Steuererklärung keine Pflicht.

Die Kombination der Steuerklassen III und V it nur dann ratsam, wenn es gewaltige Unterschiede im Lohnniveau beider gibt bzw. nur einer berufstätig ist und der andere sich zum Beispiel um die Erziehung seines Kindes kümmert. Hierfür gilt die ungeschriebene Regel, der der gut sechzig Prozent mehr Lohn verdient als sein Partner geht in die Steuerklasse III. Der Grund ist einfach erklärt, denn die Abzüge in der Lohnsteuerklasse 5 sind extrem hoch. In der Regel entscheiden sich die Frauen für die Lohnsteuerklasse 5, da sie normalerweise in wesentlich weniger verdienen als der Mann. Das Ehegattensplitting ist aber auch der Grund weshalb verheiratete Frauen eher selten Vollzeit arbeiten, sondern sich für einen 450 Euro Job entscheiden. Hierbei übernimmt der Arbeitgeber die Lohnnebenkosten.